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Wahlbeteiligung bei Wahlen in Österreich:

Je weniger Wahlberechtigte wählen gehen, desto geringer ist die Wahlbeteiligung.
Definition: Wahlbeteiligung =  abgegebene Stimmen  / Wahlberechtigte
Die geringste Wahlbeteiligung bei einer Bundeswahl in Österreich war die EU-Wahl 2014 mit nur 45,4% Wahlbeteiligung. Das heißt die Nichtwähler haben hier schon eine absolute Mehrheit, werden aber - wie auch sonst - ignoriert. Das Ergebnis drückt ganz deutlich den großen Frust der Österreicher mit der EU aus.
   Bei Ergebnissen unter 50% muß man aber bereits die Legitimationsfrage stellen. Steht das Volk noch hinter den "Volksvertretern"? Sollten wichtige Frage nicht besser durch Volksabstimmungen entschieden werden, anstatt von Volksvertretern mit geringer Vertretungsbefugnis? Sollte die "Regierung" sich nicht besser nur auf die "Verwaltung" (=Exekutive) des Staates und der Gesetze beschränken, statt aufs "Regieren" für ihre Klientel?
   Nur wer sich an Wahlen durch Stimmabgabe beteiligt, kann mitentscheiden wie es in der Politik und Gesellschaft weiter gehen soll. Nichtwähler bleiben unberücksichtigt. Nichtwähler schaffen es nicht einmal, daß kleinst politische Übel zu erkennen und zu wählen. Der Wahlboykotte durch Nichtwähler hat keinerlei politische oder rechtliche Auswirkung. Nichtwähler geben sich damit ab, von anderen Menschen fremdbestimmt zu werden. NIcht wenige davon Jammern dann über das Ergebnis und die angeblich "dummen Wähler", dabei ist in einer Demokratie der Verzicht auf die Stimmabgabe von allen Handlungsalternativen das Dümmste.

Wie man die Wahlbeteiligung heben könnte:
* Mehr Parteien am Stimmzettel zulassen, damit auch das Angebot der Parteien bzw. die Auswahl für die Wähler größer wird.
* Zweitstimme: für die zweitbeste Alternative, eventuell mit halbem Stimmengewicht
* Negativstimme: die man für Parteien vergeben könnte, die man gar nicht will
* Strafen: fürs Nichtwählen: z.B. in Form einer Demokratieabgabe bzw. einem Beitrag für politische Bildung.
* Familienstimmrecht: Eltern könnten dabei auch für ihre Kinder wählen gehen. Kinderreiche Familien hätten dann einen wesentlich größeren politischen Einfluß, als Singles und kinderlose Paare. Aber da die Kinder die Zukunft eines Landes sind, macht das natürlich viel Sinn.
* Kommunikation verbessern: Die Systemmedien sind meist auf die Berichterstattung über "Systemparteien" fixiert. Es braucht alternative Berichterstattung und alternative Kommunikationswege.
 

Aktuelle Ergebnisse aus den Jahren 2014 und 2015:

Steiermark Landtagswahl, 31. Mai 2015:
Wahlbeteiligung: 67,9 %, (Wahlberechtigte: 964.665,  abgegebene Stimmen: 655.051)

Burgenland Landtagswahl, 31. Mai 2015:
Wahlbeteiligung: 77,3 %, (Wahlberechtigte: 250.607,  abgegebene Stimmen: 190.556)

Vorarlberger Landtagswahl, 21. September 2014
Wahlbeteiligung: 64,3%, (Wahlberechtigte: 267.104,  abgegebene Stimmen  171.765)
Mehr Infos => Wahlbeteiligung Vorarlberg-Wahl

EU-Wahl, 25. Mai 2014 / "Europawahl"
Wahlbeteiligung: 45,4%   (Wahlberechtigte: 6.410.602,  abgegebene Stimmen: 2.909.497)
Mehr Infos => Wahlbeteiligung EU-Wahl
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Die Nichtwähler:
Es gibt viele Gründe für eine geringe Wahlbeteiligung.
Die Auswahl der Parteien ist nicht groß genug, sodaß manche Wähler keine passende Partei finden bzw.
die Auswahl ist so groß, dass sich manche Wähler nicht entscheiden können.
Oder gehen die Wähler nicht zur Wahl, weil man "eh nix ändern kann"? Sollte man die Wahlpflicht wieder einführen?
Die Typologien und Motive der  => Nichtwähler
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Die Wahlbeteiligung sagt aus, wieviel % der wahlberechtigten Personen an der Wahl teilgenommen haben. Ob sie dabei gültig oder ungültig gewählt haben ist dabei unerheblich.
   (Exkurs: Für die Vergabe der Mandate ist einzig und alleine entscheidend, wieviel gültige Stimmen die einzelnen Parteien & Personen erlangt haben. Nichtwähler und Ungültigwähler bleiben bei der Ermittlung der Mandatsvergabe unberücksichtigt, bewirken also bei der politischen Machtverteilung nichts.)
     Die Wahlbeteiligung sagt insgesamt etwas über die Aktzeptanz der kandidierenden Parteien und Personen in der Bevölkerung aus. Viele Bürger & Bürgerinnen, die gar nicht mehr wissen was sie am Wahlsonntag Wählen sollen, nehmen an einer Wahl nicht teil, "weil es eh sinnlos sei". Manche frustrierte Wähler nehmen zwar an der Wahl teil, wählen dann aber ungültig ("Weiß-Wähler" bzw "Ungültigwähler"). Die Ungültigwähler demonstrieren besonders stark ihre Unzufriedenheit mit dem politischen Angebot.
     Die Wahlbeteiligung ist in den letzten Jahren in Österreich auch durch das "Wählen mit 16" weiter gesunken. Bei den nun wahlberechtigten Jugendlichen zwischen 16-18 Jahren liegt die Wahlbeteiligung bei machen Wahlen gar nur bei ca 40%. Wobei die Jugendlichen die Korruption, Umverteilung in Richtung Frühpensionisten und der negative politische Stil besonders "ankotzt". Der einzige "Spaßmacher" in der Politik & Disco (Jörg Haider") ist am 11. Oktober 2008 verstorben. Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger zählen nicht gerade zu den Stimmungskanonen. Sie zeigen aber auch wenig Kompetenz die aktuellen Krisen - z.B. Finanzkrise, Bankenkrise, EU-Krise, EURO-Krise, Wirtschaftskrise, Staatsschuldenkrise, Bildungsprobleme, Arbeitsplatzverluste, Zuwanderungsproblem, steigende Kriminalität, weit verbreitete Korruption, usw. - zu lösen.

     Ausblick:
Interessant wird werden, wie sich die vielen neuen Parteien, die 2011 - 2012 gegründet wurden, auf die Wahlbeteiligung auswirken wird. Die Piratenpartei setzt dabei auf die Internetgeneration, während sich die EU-Austrittspartei für den raschen EU-Austritts Österreichs einsetzt. Die "Männerpartei" setzt sich für die Gleichberechtigung von Männern ein z.B. in Scheidungsfragen beim Obsorgerecht um ihre Kindern ein, die "Online Partei Österreichs" setzt hauptsächlich auf Volksabstimmungen. Für die "Christen Partei" ist die Umsetzung christlicher Werte und ein Müttergeahlt am Wichtigsten.
   Die Wahlbeteiligung - und somit die Akzeptanz der "Volksvertreter" in der Bevölkerung - kann nur dann gehoben werden, wenn der politische Wettbewerb deutlich erhöht wird und die gewählten Mandatare eine deutlich bessere Politik, mit deutlich besseren Ergebnisse machen.

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Zu den Wahlbeteiligungs-Ergebnissen bei Wahlen in den vergangenen Jahren:

Nationalratswahl 29. September 2013
Wahlberechtigte: 6.384.296 Österreicher & Österreicherinnen
Wahlbeteiligung: 74,9 %
Mehr Infos => Wahlbeteiligung Nationalratswahl 2013

Salzburger Landtagswahl 5. Mai 2013
Wahlberechtigte: 389.789
Wahlbeteiligung: 71,0 %
Mehr Infos => Wahlbeteiligung Salzburger Landtagswahlen

Tirol Landtagswahl 28. April 2013
Wahlberechtigte: 532.496
Wahlbeteiligung: 60,4 %
Mehr Infos => Wahlbeteiligung Tiroler Landtagswahlen

Kärnten Landtagswahl 3. März 2013
Wahlberechtigte: 440.748
Wahlbeteiligung: 75,1 %
Mehr Infos => Wahlbeteiligung Kärntner Landtagswahlen

NÖ Landtagswahl 3. März 2013
Wahlberechtigte: 1.404.454
Wahlbeteiligung: 70,9 %
Mehr Infos => Wahlbeteiligung NÖ Landtagswahlen

Innsbrucker Gemeinderatswahl 29. April 2012
die Wahlbeteiligung lag nur bei 36 % !!!
(Im ersten Wahlgang vor zwei Wochen lag die Wahlbeteiligung noch bei 52%)

Wiener Gemeinderatswahl 10. Oktober 2010:
Wahlberechtigte   1.144.510
Wahlbeteiligung: 67,6%
 

Zitat:
"Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft werden, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst." (Platon 427-347 v. Chr.)

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